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schilddrüse

It runs in the family, oder: Schönheit ist nicht alles

Hier meldet sich mal wieder das Frauchen zu Wort.

Als Milow noch ein Junghund war, wurde ich ein paar Mal gefragt, ob ich mit ihm züchten will, er wäre so hübsch. Eine Fragerin war sogar Tierärztin.

Als Rüdenbesitzerin ist das ja noch die einfachste Variante der Zucht. Der Rüde deckt und im besten Fall wars das dann. 😉 Leicht verdientes Geld, oder? Ok, abgesehen von den Voraussetzungen, die man für die Zuchtzulassung erfüllen muss. Bestimmte Ausstellungsergebnisse, diverse Gesundheitsuntersuchungen…

Letztlich wurde Milow dann ja irgendwann kastriert, von daher hatte sich das dann erledigt. 😉

Und das war auch gut so, denn seit gut einem Jahr gibt es ja das Thema Schilddrüsenunterfunktion in unserem Leben. Es war ein langer Weg dorthin, es überhaupt herauszufinden und dann kam die Medikamenteneinstellung. Ich habe mich dabei immer sehr auf mein Bauchgefühl verlassen (können), Gott sei Dank.

Irgendwie komme ich vom Thema ab, auch wenn es dazu gehört. 😉
Ich kam überhaupt auf das Thema dieses Artikels, weil ich bei jemandem auf FB gelesen hat, dass sie ihren Hund auf die Zuchtzulassung vorbereiten. Gleichzeitig habe ich auf dem Blog gelesen, dass der Hund etwas schwierig ist. Wobei schwierig wohl nicht aggressiv heißt, sondern einfach langsamer lernend als andere und wohl etwas unsicher. (jedenfalls nicht so, wie ich es für die Rasse erwarten würde)

Da schließt sich dann wieder der Kreis zu meinem Thema.
Ich habe nämlich durch Zufall über drei Ecken (FB sei Dank) letztens jemanden kennengelernt, der Milows Vater persönlich kannte. Ich habe ja nur seine Mama kennengelernt (die mittlerweile nicht mehr lebt, laut Züchter Herzprobleme), aber auch nicht so genau, dass ich mir über ihre Persönlichkeit ein Bild hätte machen können. By the way würde ich das heute auch anders machen. 😉

Nunja, in dem netten und interessanten Gespräch habe ich gelernt, dass es in Züchterkreisen wohl Gang und Gäbe ist, unpassende Hunde zu entsorgen (was ich damit meine, muss sich jeder denken).
Milows Vater ist angeblich bei einem Jagdunfall ums Leben gekommen. Autounfall hatte ICH damals gehört. Naja. Siehe letzter Satz…

Jedenfalls habe ich auch gehört, dass wohl in mehreren Würfen mit ihm teils unsichere/ängstliche Hunde rausgekommen sind. Inoffiziell gab es wohl schon länger die Annahme, dass er auch Schilddrüsenprobleme hat. Blöderweise (wie fleißige Leser hier wissen) lässt sich eine Schilddrüsenerkrankung nur selten definitiv anhand der Blutwerte feststellen. Viel häufiger sind es eben solche subklinischen Verhaltenssymptome, wie Milow sie halt auch zeigt – genau wie sein Vater! Seine Mutter ist angeblich an Herzproblemen gestorben – Herzprobleme können (müssen natürlich nicht zwingend) eine Folgeerkrankung einer unbehandelten Schilddrüsenerkrankung sein.

Aha?! Bei dieser Erkrankung reicht es aber schon, wenn ein Elternteil es in sich trägt. Wenn ich bis jetzt auch noch einen klitzekleinen Zweifel hatte, dass Milow eine Schilddrüsenunterfunktion hat, so bin ich mittlerweile fest davon überzeugt. (die Veränderungen seit der Medikation sprechen ja eh für sich)

Und wie schließt sich der Kreis jetzt hier? Schilddrüsenwerte werden erst bei den wenigsten Vereinen als Pflicht zur Zucht gefordert. Und selbst WENN, haben sie alleine (ohne das Verhalten zu betrachten, und da kann man sich ja auch in die Tasche lügen wenn man will) keinerlei Aussagekraft.
Milows Vater war quasi Mulitchampion auf Ausstellungen, obwohl er noch nicht allzu alt war und daher sehr beliebt als Deckrüde. Er war halt total hübsch und hat das Aussehen auch sehr weitervererbt. Aber Aussehen ist nicht alles, wie man in dem Beispiel mal wieder sieht. Natürlich muss andersherum nicht jedes Verhalten von der Schilddrüse kommen!

Deswegen finde ich, sollte man eigentlich echt nur die Hunde zur Zucht nehmen (gerade wenn man es „nebenbei“ macht), die auch 100pro dazu geeignet sind. Also ein nettes, festes Wesen haben. Nicht ängstlich, hibbelig, unsicher oder aggressiv sind. Gute Züchter sollten sich meiner Meinung nach auch darüber Gedanken machen und so vernünftig sein mit so einem Hund dann eben nicht zu züchten, sei er noch so hübsch. Und diesen dann bitte nicht „entsorgen“, wenn er unwirtschaftlich auffällig wird.

Übrigens kann man sehr wohl mit einem SDU Hund züchten habe ich gelernt. Dazu muss man es aber erstmal wissen und selbst eingestehen (Blutwerte, Verhalten) und dann kann man gentechnisch für die geplante Verpaarung bestimmen, ob solche Autoimmunerkrankungen vererbt werden könnten oder nicht. Das kostet natürlich auch Geld und vielleicht schreckt man potentielle Welpenkäufer auch ab, wenn man die SDU zugibt.

Hm, teilweise etwas wirr geschrieben, sorry. 😀 Aber das wollte ich mal loswerden!

Schilddrüse, aktueller Stand

Hallo Freunde,

Frauchen meinte ich sollte euch mal wieder auf den aktuellen Stand bringen mit meiner Schilddrüse. Ich hab da aber grad keine Lust drauf und schlafe lieber. Ich glaub Frauchen kann das eh viel besser. 😉

Ok. Erstmal zu den Umständen. Am Mi, 3.12.14 haben wir angefangen zusätzlich zum Leventa (0,25ml) noch 2x 1/2 Tablette Thybon20 (20 Mikrogramm) zu geben.

Hintergrund war, dass Milow sich vom Verhalten mit dem Leventa schon sehr verbessert hatte, aber immer wieder „Schwankungen“ drin waren, als ob man höher dosieren müsste. Bei der letzten Blutuntersuchung Ende November war sein T4 allerdings bei 5,2 und das ist sogar etwas oberhalb des Referenzbereichs. Der T3 widerrum war immernoch nur bei 58 (Ref. zwischen 20-210, sollte allerdings mindestens um die 100 liegen). Daher kam unsere Spezialistin nun darauf, dass er wohl eine Umwandlungsstörung hat. (Umwandlung von T4 in T3) Normalerweise sollte der T3 Wert nämlich nachziehen, wenn der T4 Wert entsprechend steigt.

Ab Freitag (5.12.14) war Milow total entspannt. Er kam ja vorher immer schlecht zur Ruhe (mit der Leventa-Gabe zwar schon etwas besser als früher, aber immernoch nicht gut) und schlief kaum und nicht tief und fest, sondern eher immer mit einem Auge auf und immer auf dem Sprung. Also nicht wirklich entspannt.
Das war ab dem Tag aber anders. Irgendwie auch schon wieder komisch, weil er wirklich 2/3 des Tages entspannt geschlafen hat und dementsprechend entspannter war er auch während der „Wachzeit“. Er war draußen nicht mehr so hektisch, ging nicht mehr nur nach vorne, sondern blieb auch mal in Ruhe zum Schnüffeln stehen, nicht immer so auf dem Sprung. Noch Montagmittag hatte mir sein Gassifrauchen ungefragt gesagt, dass er total entspannt gewesen wäre an dem Tag. Habe ich mir also nicht nur eingebildet. 😉
Ab Montagnachmittag (8.12.14) änderte sich das dann aber wieder, fast so wie es Ende November war. Er kam wieder merklich schlechter zur Ruhe und war auch nachts wieder öfter am Pendeln zwischen Körbchen und Bett. Was mir auch direkt auffiel war, dass er abends im Bett nicht mehr mit Körperkontakt einschlafen wollte. 🙁

Am Mittwoch, 10.12.14 sollten wir ja hochdosieren auf 2x 1 Tablette Thybon20. Am aktuellen Stand änderte sich einige Tage lang nicht wirklich was. Wenn überhaupt könnte man sagen, dass er nachts etwas ruhiger wurde, aber tagsüber schlief er immernoch nicht wieder so entspannt und viel wie die Tage vorher.

Erst ab Sonntagabend (13.12.14) war er wieder entspannter. Er ist an dem Abend das erste mal wieder mit Körperkontakt eingeschlafen und das hält auch seitdem an. 🙂
Er schläft tagsüber wieder gerne viel und wirkt entspannter. Draußen habe ich allerdings das Gefühl, dass wir bei manchen Dingen wieder etwas zurück sind im Trainingsstand.

Wenn das jetzt so bleibt (oder noch besser wird 😉 ) werde ich jetzt 4 Wochen bei der Dosierung bleiben und dann im Januar wieder zum Blutabnehmen mit ihm gehen. Die Werte sind eine gute Kontrolle zu meinem Bauchgefühl. 😉

Ich finde es total schön zu sehen, wie er endlich den entspannten Schlaf bekommt, den braucht (immerhin schlafen Hunde normalerweise um die 18 Stunden am Tag) und dass er vorher immer von einer inneren Unruhe getrieben worden sein muss. 🙁

Natürlich muss sich das Ganze jetzt erstmal einpendeln, der Körper muss sich drauf einstellen und er muss sich dran gewöhnen. Ich bin gespannt, wie es sich entwickelt.

Was lange währt…

Frauchen meldet sich wieder zu wuff:

…wird jetzt wohl gut.
Zumindest hatten wir heute spontan einen Termin in einer anderen Tierarztpraxis. Passte ganz gut, denn ich hatte frei. Drauf gekommen sind wir über die Facebookgruppe „Schilddrüse und Verhalten beim Hund“, dieser TA war also quasi eine Empfehlung. Wir mussten zwar pro Strecke 75km fahren, aber schönes Wetter und nette Gegend, da lässt es sich aushalten.

Wieder mal war warten angesagt. Aber egal, irgendwann ging es dann ins Behandlungszimmer und erstmal durfte ich erzählen. Die Blutergebnisse hatte sich die Ärztin vorher schon angesehen.
Und im kompletten Gegensatz zu den bisherigen Tierärzten kannte sie sich tatsächlich aus und bot sogar von sich aus an, dass man das mal 2 Wochen mit SD-Tabletten (o.ä.) probieren könnte.
Sie sagte dann zwar, dass sie in der Praxis kein Forthyron ausgeben (das war ja das, auf 2014-05-30 21.49.57was ich mich eigentlich eingestellt hatte, weil ich dachte das wäre das Gängigste), sondern Wethyrox und Leventa. Ersteres sind Tabletten und letzteres die flüssige Form. Beides sind Präparate mit „Retardwirkung“, sprich sie müssen (theoretisch) nur 1x am Tag gegeben werden. Ich dachte bisher, dass man die Medis schon 2x pro Tag geben müsste, weil die Hunde das schneller verstoffwechseln. Aber gut, die werden schon entsprechende Forschung damit betrieben haben, dass das so sein soll. Es ist ja tatsächlich auch einfacher 1x pro Tag – wenn es denn so wirkt wie es soll.
Wir haben nun also Leventa genommen, da es von der Dosierung für kleine Hunde einfach einfacher ist. Eine Tablette zu vierteln oder gar zu achteln… puh, nee. Leventa wird per kleiner Spritze aufgezogen und entweder direkt ins Maul gegeben oder auf ein Stückchen Brot zb geträufelt.
In der genannten Facebookgruppe sind auch diverse Leute vertreten, die dieses Präparat benutzen und zufrieden damit sind.

Also geht es ab morgen los, mit der im Beipackzettel empfohlenen Dosis. Wir werden euch berichten, ob es sich weiter so positiv entwickelt wie mit dem Kehlkopffleisch.
Ich bin zuversichtlich 🙂