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Die guten Situationen zählen

Wisst ihr Freunde, die Zweibeiner sind ja oft gefangen in ihrem Alltagskarussell. Haben den Kopf mal hier, mal da. Jedenfalls sind sie oft nicht richtig bei der Sache und können die Momente dann auch nicht richtig genießen.

Wir Hunde können und machen das. Nicht immer gefällt das den Zweibeinern. Andererseits zeigen wir den Menschen auch manchmal deutlich, dass sie gerade nicht BEI UNS sind. Ich bin auch so ein Exemplar und zeige Frauchen manchmal durch scheinbaren ‚Ungehorsam‘ (also zb nicht direkt auf ein Kommando hören oder in alte Muster verfallen), dass sie die Zeit mit MIR JETZT genießen soll.

Viele Situationen, die für euch Menschen selbstverständlich sind, sind wir uns Hunde anstrengend. Wir geben trotzdem unser bestes, allerdings müsst ihr uns schon zeigen, wie wir uns verhalten sollen.

IMG_5132.JPGEin gutes Beispiel haben wir am vergangenen Sonntag erlebt. Wir waren bei Springe im Deister spazieren und irgendwann kommt uns ein Mann mit Schäferhund an der Leine entgegen. Der Hund lief rechts vom Mann, also hat Frauchen mich auch nach rechts und „bei mir“ genommen. Schon vom weitem hat man gesehen, wie der Hund immer vor dem Mann kreuzen wollte und auf unsere Seite wollte. Der Mensch hatte schon etwas zu kämpfen den Hund auf der rechten Seite zu halten. Um so näher er uns kam, umso geduckter lief der Hund. Sowas mag ich ja überhaupt nicht. Wenn ein entgegenkommender Hund keuchend in der Leine hängt oder mich so offensichtlich fixiert, raste ich auch manchmal noch ein bißchen aus, das ist dann aber ganz schnell wieder vorbei. Diesmal war ich aber ganz cool. 🙂

Nun aber zur eigentlichen Situation, die Frauchen nicht nur innerlich grinsen ließ.
Als Mann und Schäfi genau auf unserer Höhe waren, hat der Hund nochmal einen Versuch gestartet zu mir rüber zu kommen und der Mann gab dem Hund ein energisches „Nein!“. Witzigerweise im gleichen Moment, als Frauchen mich für das brav neben ihr ruhig weiterlaufen mit unserem „Tak“ als Signal gemarkert und gelobt hat. Yeah und dann flog das Leckerli als wir vorbei waren. Da ist mir doch der Hund schnurzpiepegal. <3 😀

In dieser Situation konnte man gut die Gegensätze sehen. Der andere Hund wurde geschimpft, aber ihm nicht gesagt, wie er es denn besser machen soll.

Und ich, ich weiß genau, wenn ein Hund kommt, guck ich Frauchen an und sie sagt mir dann schon, was ich machen soll. Entweder nur brav bei ihr bleiben oder ich darf hin.

Mein Blick sagt dann immer „Oh guck mal, Frauchen. Ein Hund!“

Genau so gestern beim Gassi. Auf einer Wiese neben dem Weg tobten 2 Hunde. Als ich die gesehen habe, hab ich mich sofort zu Frauchen umgedreht „Guck mal, Frauchen. 2 Hunde!“ 😉 Sie hat sich fürs Bescheid sagen bedankt und ich durfte weiter.

Ich sag euch, mein Frauchen ist ja auch nicht die Geduldigste, aber in solchen Momenten freut sie sich immer, denn anscheinend bringt das Training ja doch was. 😉 🙂

Erst gestern hat sie mich wieder ganz dolle geknuddelt (macht sie ja täglich 😉 ) und mir ins Öhrchen geflüstert, was für ein toller Hundejunge ich bin. Hmmm, das ging runter wie Öl sag ich euch. <3 Hab sie dann abgeschleckt, das hieß dann „Ich weiß!“ 😀

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Augen auf für die kleinen Veränderungen

Seit der Hasenjagd vor knapp einer Woche, war ich erstmal wieder etwas vorsichtiger. Habe mich nicht wirklich getraut ihn von der Leine zu  machen. Kopfproblem, ich kenne das. 😉 🙁

Gestern Nachmittag hatte ich die Schleppleine dann vergessen. Hilfe, das ist mir ja (fast) noch nie passiert.
Was blieb da anderes übrig, als ihn offline laufen zu lassen?! Schließlich sollte er am Feld nicht die ganze Zeit an der „kurzen“ Leine laufen müssen.
Tja, was soll ich sagen, hat prima geklappt. Er hatte Spaß und hat auf jede Ansprache entsprechend reagiert.

Aber was ich eigentlich erzählen wollte…
Anfang der Woche auf unserer ganz frühen Morgenrunde haben wir in unserer Straße Nachbarhund Milow (ja, wirklich!) – ein Französischer Bulldogen-Rüde – getroffen. Milow ist ja auf viele Hunde in unserem Dort nicht gut zu sprechen, egal ob Rüde oder Hündin. Aber das ist ein anderes Thema.
Jedenfalls dachte ich schon „Prima, jetzt wird gleich wieder die ganze Straße zusammengekeift!“ , aber er hat ihn gerochen und auch gesehen zum Schluss, aber ist ausser einem verhältnismäßig kleinen Beller erstaunlich ruhig geblieben. Hat sich auf meine Ansprache sogar abgewandt und wollte an der Leberwursttube nuckeln. 😉 Danach sind wir direkt weitergegangen und alles war prima. Er wollte zwar nochmal da schüffeln, wo der andere Milow langgegangen war, aber da er dabei recht ruhig war, durfte er das.

Heute morgen, mehrfach, saßen ein oder mehrere Amseln (Amseln sind ja seine Lieblingsvögel, seit er mal welche aus einem Nest geholt hat) auf der Straße vor uns oder liefen dort entlang.
Die bisherige Reaktion war oft: kurz sammeln und dann Attacke! in die Leine gebrettert.

Und heute? Wie gesagt…mehrfach! Stehengeblieben, ruhig geguckt, ich habe gemarkert und er konnte sich abwenden für seine Leberwurstnuckelflasche. 😉 (das ist wohl sein Highlight in dem Moment)
Zwischendurch durfte er wieder gucken, und dann schlecken. Und dann sind wir weitergegangen. Kein in die Leine brettern, kein Gekeife. Ich hab mir ein Loch in den Bauch gefreut!!! 🙂 <3

Leute, die mit ihren Hunden keine Probleme in dieser Richtung haben, werden jetzt zwar müde lächeln. Aber die, die das kennen, wissen wie ich mich freue! 🙂

Heißt natürlich nicht, dass er das jetzt bei ner Hasenbegegnung auch machen wird, aber man muss ja klein anfangen und dann generalisieren und lernen.

Ihr glaubt gar nicht, wie wichtig solche kleinen Momente für meine Motivation und Stimmung sind!

Mut machen mir bei Rückschlägen auch oft Berichte von anderen „Mitleidenden“, wie zb vom Mayas Frauchen vor kurzem. Ob wir da auch nochmal hinkommen? 😉