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Training

Trainingsrückschlag – Gedanken eines Frauchens

VORSICHT LANGER POST 😉

Wie beim Wetter hat jede Schönwetterphase dann auch mal ein Ende. Genauso war es nun gestern Abend bei uns.

Nachdem es in letzter Zeit ja echt super lief, durfte Milow also auch gestern Abend wieder ein Stück offline laufen. Immer und überall mache ich es (noch) nicht, zum Beispiel im Wald oder wenn eine Straße in der direkten Nähe ist… Ich lasse es so lange zu, bis ich merke, dass er unaufmerksamer wird. Manchmal klappt eine ganze Runde ohne Leine, wann anders/woanders dann nur ein paar Minuten.

Gestern waren wir aber am Feld unterwegs und daher durfte er dann wieder leinenlos laufen.

An sich ist das kein Problem. Er weiß, dass er auf dem Weg bleiben soll bzw. auf dem an den Weg angrenzenden Grünstreifen. Klappt super. Oder klappte bis gestern super… :-/

Plötzlich sprintet er los, mitten rein ins Maisfeld. Und ich so: O.O
Der Spruch klingt zwar abgedroschen, aber „das hat der noch nie gemacht!“ – ernsthaft.
Schwupp war er weg und meine ersten Gedanken schossen von „Shit, das ganze Training war umsonst!“ bis zu „Hoffentlich ist es kein Reh oder Wilschwein!“ (denn die lösen sich nicht so schnell in Luft auf wie Kaninchen oder Hasen)
Aber zu meinem „Glück“ war es ein Hase, denn kurz darauf jagte Milow diesen aus dem Feld heraus und mit 1a Sichtlaut hinter ihm her.
Man fühlt sich sooo hilflos und sämtliche Schreckensszenarien rasten durch meinen Kopf. Er verletzt sich, er verletzt den Hasen, er verläuft sich, er läuft vors Auto, er scheucht noch andere Tiere auf, der Jäger schießt auf ihn…
Teilweise unrealistisch, ich weiß, aber so ist das in meinem Kopf in so einer Situation.

Gott sei Dank sind gesunde Hasen ja doch meist schneller als die Hunde (letztens erst im Fernsehen gesehen, die schaffen bis zu 80km/h auf Kurzstrecke!, das schnellste Wildtier) und so kam Milow dann nach gefühlten Stunden und in Wirklichkeit wohl etwa 2-3 Minuten völlig fertig wieder zu mir.

Im Gegensatz zu früher war mir nicht danach mich aufzuregen, ich war einfach nur froh, dass er wieder da war und habe gar nichts gesagt oder gemacht. Wir sind einfach beide erschöpft ins Gras geplumst und dort ein paar Minuten sitzen geblieben. Er guckte zwar interessiert durch die Gegend, machte aber keine Anstalten nochmal loszusprinten.

Nach ein paar Minuten habe ich ihn angeleint und wir sind weiterhin wortlos nach hause getigert.

Und nun? Aus Fehlern lernen?
Eigentlich haben wir beide keine Fehler gemacht. Mein Fehler war wenn überhaupt mir einen Jagdhund anzuschaffen 😉

Natürlich ist es ein Rückschlag und ich werde einige Dinge jetzt nochmal verstärkt üben und provozieren. Auch werden wir nochmal verstärkt den Rückruf auffrischen, das war ohnehin schon in letzter Zeit mein Ziel gewesen.

Und ansonsten bleibt es wohl alles so wie es ist. Er darf ab und an offline laufen, je nachdem wie er sich dann verhält nach diesem Erlebnis. Sonst bleibt die Schleppleine eben wieder erstmal ne Weile dran.
Außerdem werde ich gerade in den Morgen- und Abendstunden vermutlich wieder mehr auf die Schleppe setzen.

Alternativ könnte ich natürlich auch umziehen. Am besten in eine größere Stadt, zb Hannover, da habe ich ja eh ab und mal kurz drüber nachgedacht. 😉
Die Chance dort in der Stadt einen Feldhasen oder Rehe zu treffen sind eher gering. Über die Kaninchen lache ich nur müde in dem Vergleich. Und auch die Eichhörnchen und Vögel, ja, blöd aber nicht so wild. Vielleicht denke ich da doch nochmal genauer drüber nach… 😉

Aber abgesehen von diesem blöden Erlebnis (für mich) muss man auch die vielen Fortschritte sehen, dass er zb bei Katzensichtungen mittlerweile nicht mehr hysterisch kläffend in der Leine hängt, sondern nur noch verhältnismäßig verhalten bellt und dabei auch an lockerer Leine stehen kann bzw. sich schon recht gut abwenden kann, um zb zu gucken oder Futter oder sein Spieli zu suchen.
Oder auch die vielen Kaninchenbegegnungen am vergangenen Wochenende wären vor längerer Zeit noch undenkbar gewesen. Den Spaziergang hätte man direkt abbrechen können, weil der Hund so außer sich war. Aber nun, sobald die Kaninchen nicht mehr vor der Nase direkt rumhoppelten konnten wir normal weitergehen. Quasi aus den Augen, aus dem Sinn. 😉

Hach… Manchmal beneide ich ja die Leute, die richtige Langweiler-Hunde haben und wünsche mir deren „Probleme“.
Aber eigentlich…nee, eigentlich ist langweilig nichts für mich. Und ich glaube jeder bekommt den Hund, den er braucht. Tja, und ich brauche wohl eine Lebensaufgabe. 😉

Seinen Hund lesen können

Als ich Milow vor fast 4 Jahren bekommen habe, hatte ich mir vorher viele Gedanken über seine Erziehung gemacht. Was ich will, was nicht und so weiter. Aber wie das im Leben so ist, erstens kommt es anders und zweitens als man denkt.

Man wächst mit seinem Hund und den Aufgaben. 😉
Mittlerweile sind wir ein gutes Team würde ich sagen und nicht zuletzt dank meines Umdenkens, was das Training angeht.

Warum also nur den Hund ermahnen für Dinge, die er nicht darf? Warum nicht lieber das, was man möchte und er von sich aus richtig macht, verstärken?

Das Mantrailing, was wir nebenbei hobbymäßig betreiben, hat zum „lesen können“ auch beigetragen. Schließlich muss ich mich dabei auch auf Milow verlassen und schauen, ob er etwas/eine bestimmte Richtung anzeigt und wie er sich verhält.

Nun aber zum eigentlichen Punkt dieses Artikels. Das „lesen können“ kann man natürlich auf viele andere Bereiche auch beziehen. Beispielsweise beim Spaziergang.

Gestern im Wald hat Milow nämlich eine Zeit lang fast permanent „geblinkt“. So nenne ich das zb beim Trailen, wenn er eigentlich schon die Richtung anzeigt, in die wir gehen müssen, aber trotzdem nochmal eine andere vorher abcheckt. Beim Gassi zeigt das „Blinken“ aber zb sehr deutlich „Da ist Wild!“

Kurzer Einblick?

Es sind nur ca. 20 Sekunden, aber was ich da bei meinem Hund sehe ist:

  • er läuft recht hektisch
  • er blinkt dauernd nach rechts
  • er kann sich mittlerweile nach kurzer Zeit von selbst abwenden und weiterlaufen (früher hätte er permanent versucht nach rechts durchzustarten)
  • er schlägt zum Ende des Videos selbst den Weg auf die linke Seite ein, das macht er öfter, dass er dann den Reiz „meidet“, vermutlich weil er merkt, dass er sich sonst nicht mehr beherrschen kann?! 😉

Solche Situationen gibt es natürlich ganz oft. Nur leider hab ich häufig das Handy nicht parat und er zeigt es dann nicht so ausgeprägt.
Ich belohne den Moment, wo er zwar nach rechts blinkt aber von sich aus verharrt und dann, wenn er weiterläuft.

Der Weg ist das Ziel, mal sehen wie das so weitergeht. Jetzt ist ja eh erstmal Brut- und Setzzeit, da werden wir mit der Schlepp noch so einiges testen. 😉