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Lernen fürs Leben

Leckerlis suchen…oder lieber doch nicht?

Huhu Leute, heute lasse ich mal wieder Frauchen hier in die Tasten hauen!

Als Milow klein war, war er der Staubsauger schlechthin. Er hat das, was kleine Kinder sicherlich mit den Händen anfassen und ausprobieren einfach mit der Schnute gemacht. Dementsprechend oft durfte ich ihm diverse Dinge aus dem Maul pulen. Das ging von relativ harmlosen Sachen wie Taschentüchern, Plastikverpackungen, Zigarettenkippen und sonstigem Müll bis hin zu einem Angelhaken (der sich aber GOTT SEI DANK! nicht verhakt hatte). Zur Welpenzeit waren auch oft genug Hundehaufen dabei. Besonders…lecker. *würg*
Aber ist ja nicht so, dass wir nicht von kleinauf trainiert hätten. So hieß es also, alles was auf dem Boden liegt ist tabu. Hat für die meisten oben genannten Sachen auch funktioniert.
Heutzutage lässt er Müll, Hundehaufen und andere tierische Hinterlassenschaften (Stichwort Pferdeäpfel, Schafsköttel und Co) gekonnt links liegen. Brav! 😉
Ein Problem waren und sind immernoch aber Essensreste. Gott sei Dank findet man das bei uns auf´m Dorf nicht so häufig und somit habe ich einfach in Situationen, in denen das wahrscheinlicher ist (zb Feste) einfach gut aufgepasst und meist ist er da ja sowieso aufgrund der Menschenmengen an der kurzen Leine.
Ich habe das Problem also etwas beiseite geschoben.
Das Blöde ist nun, dass Futterbelohnungen fast das Größte für ihn sind (erst recht, weil er draußen leider auf einige Dinge, die er sonst mega toll findet, nicht recht anspringt). Unser Training läuft gerade deshalb so gut, weil ich die Futterbelohnungen gut und
unterschiedlich einsetze.
Je nach Situation zb ihn absetzen/-legen, Leckerlis werfen, suchen lassen. Leckerli bei mir „abholen“. Leckerli im Flug fangen. Futterdummy suchen und/oder apportieren. Leckerli an Baumstämmen o.ä. verstecken und suchen lassen. Und so weiter… Wer auch einen so verfressenen Hund hat, dem fallen sicher auch noch ein paar andere Möglichkeiten ein. Nun sind da aber viele Varianten dabei, wo er die Leckerlis suchen muss (und gerade das macht ihm ja Spaß) und nicht direkt von mir „gereicht“ bekommt. 😉 Das passiert zwar alles mit Kommando, aber das Kommando gibt es nicht fürs Aufnehmen und Fressen des Leckerlis dann sondern eher als Startschuss fürs Suchen/Fangen… desselben.

Daher bin ich in einer Zwickmühle. In Zeiten von Giftköder und solchen ekligen Dingen hat man es mit so einer Fressmaschine nicht leicht. (auch wenn das in Städten sicher eher ein Thema ist)
Daher wäre es natürlich optimal, wenn er jegliche Essensreste, die er draußen findet entweder links liegen lassen würde (unrealistisch?), oder anzeigen oder apportieren würde (setzt natürlich eine gewisse Größe voraus, aber er kann zb auch Münzen apportieren).

Die Frage ist jetzt die Herangehensweise. Prinzipiell findet er alles, was er nicht darf erstmal super spannend. Die größere Frage ist aber, kapiert er das wohl, dass etwas, was er draußen „findet“, wo ich ihn nicht hingeschickt habe mit „Such!“ o.ä. , nicht direkt gefressen werden darf sondern angezeigt werden soll?! (was für ein Satz)

Beim Snifflen zb macht er ja auch super ruhige Anzeige der richtigen Dose. Aber ich denke bei Essbarem (was direkt ungeschützt vor ihm liegt) ist das schon ein heikleres Thema, selbst wenn er zur Belohnung dann etwas von mir bekommen würde.
Oder wäre in dem Fall Training mit Maulkorb angebracht? Den kennt er ja prinzipiell.

Ich will mir halt auch nichts verhunzen (?), dass er sich dann quasi draußen erst recht auf alles Essbare stürzt. 😉 Andererseits möchte ich ungern die Futterbelohnungen abbauen, gerade WEIL die als einziges so gut funktionieren.

Klar, jeder Hund ist anders und manch einer interessiert sich nicht so sehr für Essbares, der lässt es auch draußen liegen. Interessiert wäre ich an Meinungen von euch, gerade wenn ihr auch so eine Fressmaschine zuhause habt. 😉

Habt ihr gute Ideen/Erfahrungen mit sowas?

Baustellen

Ich heiße Milow und ich habe ein Laster.
😉
Mein Laster sind Gebüsche. Dichte, raschelige, knacksige, beblätterte Gebüsche.
Ein Paradies für kleine Vögel und – seit ich mal eines aus einem Nest „gekostet“ habe – auch mich.
Frauchen findet das gar nicht so lustig. Mittlerweile steigere ich mich aber nicht mehr so hinein, meist zumindest. Denn die allerwenigsten Wege sehen so aus:
1654064_734154823323818_3509995173316312927_nSchmaler Weg, links und rechts traumhafte Gebüsche.

Man merkt mir an, dass es mir nach einigen Minuten zu viel wird und ich mich nicht mehr zurückhalten kann. Das Glas mit meiner Selbstbeherrschung ist dann leeeeeer.
An normalen Gebüschen laufe ich auch normal vorbei, aber dies hier ist ein extrem. 😉 Deswegen üben wir an diesem Weg „gern“. *kicher*

Sieht der Weg aber zum Beispiel so aus:
10645237_735116193227681_2402174216303129574_nist es viel einfacher für mich und ich halte freiwillig Abstand. Mäuschen schnüffeln am Feldrand ist ja auch viel, viel besser. *Pfotehoch*

Am liebsten mag ich übrigens Frau Amsel. Genau Maulgerecht quasi von der Größe her. Die Krähen und Co interessieren mich nicht die Bohne, da laufe ich auch mit 2-3m Abstand cool dran vorbei.

Blöd ist nur, dass diese Gebüsch-Geschichte eins von zwei Hindernissen ist, die mich vom permanenten offline flitzen abhält. Das erste Hinderniss ist, dass Frauchen mich erstmal testen will, wie ich bei flitzenden Rehen, Hasen und Co. mittlerweile reagiere. Blöderweise treffen wir die in letzter Zeit nur nicht. 🙁
Gestern im Tierpark war ich ja mit im Freigehege und die Rehviecher sind mir echt aufs Fell gerückt, da musste ich denen mal die Meinung wuffen. Aber gejagt hätte ich die nicht. Frauchen behauptet, ich hätte eher Schiss vor denen gehabt als die so nah waren. Pöh!

Naja, wir üben (ich glaube das hört nie auf! -Anm. v. Frauchen: hast recht!) also fleißig mit den Baustellen…

Aktueller Stand

Hier wufft wieder mal das Frauchen. 🙂

Ich wollte mal einen aktuellen Stand über Milows Schilddrüseneinstellung abgeben.

Momentan ist alles sehr positiv. Ich glaube wir sind bei der richtigen Dosierung angekommen oder zumindest sehr nah dran.

Es ist unglaublich wie entspannt er jetzt ist, in Situationen, die ihn „früher“ von der Rolle gebracht haben.
Das schießt mir immer in so kleinen Momenten ins Hirn, dass ich dann einfach nur grinsen und mich freuen kann. Wie z.B. letztes Wochenende:
Hundebegegnung mit 2 Hunden, etwa so groß wie Milow. Die Frau nimmt, als sie uns kommen sieht, ihre beiden Hunde an die Leine und bleibt am Wegrand stehen. Ich rufe Milow auch zu mir und er geht „bei mir!“ an den Hunden vorbei, während die beiden pöbeln, leise knurren und in der Leine hängen. War das ne Freude 🙂

Und wie merkt man am besten, wie gut es läuft? Indem man auch mal einen weniger guten Tag hat (schlecht kann ich nicht sagen, wirklich SCHLECHT war es nur vorher!). So einen weniger guten Tag hatten wir gestern, aber auch nur zeitweise.
Schon krass, wie schnell man positive Veränderung als normal annimmt.

Er ist insgesamt viel besser ansprechbar und aufmerksamer. Auch wenn ich ihn einfach ne Weile „machen“ lasse, also er schnüffelt durch die Gegend, reagiert er direkt, wenn ich ihn anspreche (zu mir rufe o.ä.). Er ist also sehr wohl „da“, auch wenn er mir keine direkte Aufmerksamkeit schenkt.

Es ist so toll, dass man jetzt endlich an Dingen arbeiten kann, die bisher nicht möglich war, weil er in der Situation dann nicht wirklich ansprechbar war.

Daher heißt es jetzt trainieren, trainieren… 😉 Nee im Ernst, bei uns läuft das ja alles im Alltag ab, es gibt keine Trainingszeiten. (außer für Rally-O 😉 )
Ich freu mich jedenfalls, wir haben jetzt ENDLICH so viel Spaß zusammen 🙂 <3

Jim Knopf ist bei uns eingezogen

Häääääää? Denkt ihr jetzt wahrscheinlich. 😀

Frauchen hat euch ja von unseren Trainingsfortschritten erzählt. Nun ist vor kurzem zusätzlich zu der schon (in mehreren Farben) vorhandenen ACME Pfeife noch eine weitere eingezogen.

IMG_1736.JPG
Diese flache eckige Pfeife klingt halt wie dieses Tuten von Jim Knopfs Lokomotive. 😉

Wir nutzen nun die schrille ACME Pfeife für den (doppelten) Rückruf und die dumpfe Tute für den Stopppfiff. So kann ich es immer gut unterscheiden.

Haben eure Zweibeiner auch so ein Gebamsel um den Hals hängen?

Das Beste von allem für sich nutzen

Frauchen wufft hier mal wieder:

Milow ist jetzt 3 Jahre alt. Dass ich mir mit einem Terrier vermutlich nicht die einfachste Rasse ins Haus geholt habe, wusste ich von Anfang an. Aber einfach kann jeder.
Ich hätte allerdings gedacht, dass ich bei vielen Dingen mehr auf mein Gefühl vertrauen kann. Das hat leider nicht immer geklappt, aber so ist das wohl mit dem ersten eigenen Hund. Man lernt zusammen. 🙂

So haben wir mittlerweile in verschiedene ‚Erziehungsmethoden‘ reingeschnuppert und ich glaube so langsam ist mir unser Weg klar.

Ich möchte nicht ‚einzeln‘ spazieren gehen und dabei meine Ruhe haben, sondern MIT IHM gehen und Spaß dabei haben. Das funktioniert bei Milow nicht mit Einschränkungen, was nicht heißt, dass das nicht manchmal nötig wäre. In manchen Situationen ist das mal nötig.

Aber prinzipiell ist die positive Verstärkung unser Weg (bis auf seltene Ausnahmen). Es macht mir Spaß und das merkt er natürlich. Das macht ihm dann auch Spaß und er ist gerne bei mir. Klingt doch logisch 😉
Dass er sich in vielen Situationen jetzt besser konzentrieren kann und das Training so gut funktioniert ist aber auf jeden Fall auch den Schilddrüsenmedikamenten zu verdanken. 🙂

Es ist auf jeden Fall klasse zu sehen, wie er sich nun in Situationen für mich entscheidet oder wir uns etwas zusammen ruhig anschauen können. 🙂

Was ich mit diesem Artikel sagen will ist, dass ich lernen musste mir aus den verschiedenen Trainingsmethoden das beste rauszusuchen und nicht zuviel auf andere zu hören. Man muss für sich entscheiden, was das Ziel ist und dieses im Auge behalten. Und wenn man das Gefühl hat irgendwas läuft nicht so wie man es sich wünscht, dann ruhig mal über den Tellerrand schauen.

Ich bin jedenfalls zufrieden mit dem aktuellen Stand und Milow ist richtig gut drauf, das ist das Wichtigste. <3