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Lernen fürs Leben

Zwei Hunde, eine Leine – pro und kontra

Wer mit zwei Hunden unterwegs ist, hat sich bestimmt schonmal über die beiden Leinen geärgert, die man dann meist in der Hand hält.
Wenn man nicht ausschließlich in Feld und Wald unterwegs ist, holt einen das wohl früher oder später ein.

Ich persönlich finde dieses Leinengewurschtel schrecklich. Natürlich ist aktuell noch nicht das Maß der Dinge, denn Nova läuft nunmal noch nicht richtig an der kurzen Leine und springt zudem häufig noch wild um Milow rum, sodass er ihr öfter ausweicht.

Ich gehe ja mit beiden mindestens 1x pro Tag einzeln und da wird u.a. auch das Laufen an der lockeren kurzen Leine geübt.

Bei Milow klappt es gut, solange Nova entweder nicht dabei ist oder auf dem Arm bzw. im Welpenrucksack ist. Sobald sie um ihn rumwuselt, läuft er um sie herum Slalom. 😉

Bei Nova je  nach Ablenkungszustand ganz gut, wobei sie eher zum Zurückbleiben tendiert. Mal eine ganz neue Erfahrung für mich, da Milow ja eher der „immer-einen-Schritt-voraus-Hund“ ist. Dass ich mal einen Hund zum Mitkommen animieren muss hätte ich nicht gedacht. 😉

Und gerade diese Kombi ist aktuell die Krux, wenn wir zusammen unterwegs sind. Selbst der Weg von Zuhause zum Feld führt kurz an einer Straße entlang. Natürlich kann ich Nova tragen, aber sie hat ja vier gesunde Pfoten und soll ja auch lernen an der Straße zu laufen.
Sobald die beiden aber eben miteinander an der kurzen Leine laufen sollen, geht Milow vor (bzw. ich bleibe stehen) und Nova bleibt eher zurück und ich stehe gedehnt dazwischen. 😀

Momentan nutze ich die extra bestellte Multi-Leine von erpaki dafür. Farblich habe ich mich etwas ausgetobt und finde sie an sich klasse. 🙂
Was mir dabei übrigens wichtig war ist, dass beide Koppelelemente mit Wirbel-Karabinern versehen sind. Das bedeutet, dass sich die beiden Schenkel weder in sich selbst noch miteinander verdrehen/verknoten können. Das „Handstück“ ist 30cm lang, die Koppeln jeweils auf bis zu 1,20m verstellbar. Das nur nebenbei. 😉

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Ich laufe nicht mit zwei zerrenden Hunden durch die Gegend, aber ich glaube es wirkt zur Zeit schon etwas durcheinander. 😀

Es ist also nicht nur das Üben mit zwei Hunden einzeln, auch das Üben zusammen ist nötig. Aktuell überlege ich noch, ob es nicht vielleicht einfacher wäre einen links und einen rechts laufen zu lassen? Zumindest anfangs? Vielleicht Milow rechts, weil der das auf beiden Seiten kann…
Andererseits möchte ich eigentlich, dass beide auf einer Seite laufen, gerade an einer Straße. Also gleich so üben?

Schwierig. 😉

Habt ihr zwei oder mehr Hunde und nutzt ihr solche Koppelleinen?

Die guten Situationen zählen

Wisst ihr Freunde, die Zweibeiner sind ja oft gefangen in ihrem Alltagskarussell. Haben den Kopf mal hier, mal da. Jedenfalls sind sie oft nicht richtig bei der Sache und können die Momente dann auch nicht richtig genießen.

Wir Hunde können und machen das. Nicht immer gefällt das den Zweibeinern. Andererseits zeigen wir den Menschen auch manchmal deutlich, dass sie gerade nicht BEI UNS sind. Ich bin auch so ein Exemplar und zeige Frauchen manchmal durch scheinbaren ‚Ungehorsam‘ (also zb nicht direkt auf ein Kommando hören oder in alte Muster verfallen), dass sie die Zeit mit MIR JETZT genießen soll.

Viele Situationen, die für euch Menschen selbstverständlich sind, sind wir uns Hunde anstrengend. Wir geben trotzdem unser bestes, allerdings müsst ihr uns schon zeigen, wie wir uns verhalten sollen.

IMG_5132.JPGEin gutes Beispiel haben wir am vergangenen Sonntag erlebt. Wir waren bei Springe im Deister spazieren und irgendwann kommt uns ein Mann mit Schäferhund an der Leine entgegen. Der Hund lief rechts vom Mann, also hat Frauchen mich auch nach rechts und „bei mir“ genommen. Schon vom weitem hat man gesehen, wie der Hund immer vor dem Mann kreuzen wollte und auf unsere Seite wollte. Der Mensch hatte schon etwas zu kämpfen den Hund auf der rechten Seite zu halten. Um so näher er uns kam, umso geduckter lief der Hund. Sowas mag ich ja überhaupt nicht. Wenn ein entgegenkommender Hund keuchend in der Leine hängt oder mich so offensichtlich fixiert, raste ich auch manchmal noch ein bißchen aus, das ist dann aber ganz schnell wieder vorbei. Diesmal war ich aber ganz cool. 🙂

Nun aber zur eigentlichen Situation, die Frauchen nicht nur innerlich grinsen ließ.
Als Mann und Schäfi genau auf unserer Höhe waren, hat der Hund nochmal einen Versuch gestartet zu mir rüber zu kommen und der Mann gab dem Hund ein energisches „Nein!“. Witzigerweise im gleichen Moment, als Frauchen mich für das brav neben ihr ruhig weiterlaufen mit unserem „Tak“ als Signal gemarkert und gelobt hat. Yeah und dann flog das Leckerli als wir vorbei waren. Da ist mir doch der Hund schnurzpiepegal. <3 😀

In dieser Situation konnte man gut die Gegensätze sehen. Der andere Hund wurde geschimpft, aber ihm nicht gesagt, wie er es denn besser machen soll.

Und ich, ich weiß genau, wenn ein Hund kommt, guck ich Frauchen an und sie sagt mir dann schon, was ich machen soll. Entweder nur brav bei ihr bleiben oder ich darf hin.

Mein Blick sagt dann immer „Oh guck mal, Frauchen. Ein Hund!“

Genau so gestern beim Gassi. Auf einer Wiese neben dem Weg tobten 2 Hunde. Als ich die gesehen habe, hab ich mich sofort zu Frauchen umgedreht „Guck mal, Frauchen. 2 Hunde!“ 😉 Sie hat sich fürs Bescheid sagen bedankt und ich durfte weiter.

Ich sag euch, mein Frauchen ist ja auch nicht die Geduldigste, aber in solchen Momenten freut sie sich immer, denn anscheinend bringt das Training ja doch was. 😉 🙂

Erst gestern hat sie mich wieder ganz dolle geknuddelt (macht sie ja täglich 😉 ) und mir ins Öhrchen geflüstert, was für ein toller Hundejunge ich bin. Hmmm, das ging runter wie Öl sag ich euch. <3 Hab sie dann abgeschleckt, das hieß dann „Ich weiß!“ 😀

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Die Weltherrschaft ;-)

Erst die Welt, dann das Universum… hachja, träumen wird man ja wohl dürfen. 😉

Aber anfangen muss hund natürlich im Kleinen. Also gebe ich mir im Moment dolle Mühe und hinterfrage mal wieder alles. Heißt Sitz! wirklich Sitz! oder kann ich auch direkt wieder aufstehen bzw. spätestens wenn Frauchen kurz nicht guckt oder sogar weggeht?

Und bedeutet Aqui! immernoch wirklich, dass ich sofort zu Frauchen rennen soll? Oder guck ich mich lieber nochmal um und überlege kurz, ob ich Lust dazu habe?

Die Pfeife? Ja, die kenne ich 😀 Und weil die so in den Ohren weh tut, lasse ich mir dabei nicht so viel Zeit. 😉

Bleib! ist auch beliebt, da soll ich -im Idealfall- einfach da bleiben, wo ich in dem Moment bin, wobei egal ist, ob ich sitze oder liege oder Handstand mache. Aber wer sagt, dass ich da nicht auch noch 1,2 Schrittchen in Frauchens Richtung kommen kann?

Oder, dass ich mich beim Handzeichen für Sitz! auf Entfernung zwar brav hinsetze, aber erst, wenn ich direkt bei Frauchen angekommen bin. *kicher*

In anderen Situationen beweise ich aber widerrum, dass ich genau die eben aufgezählten Sachen natürlich aus dem FF kann. Bin ja nicht doof. 😉 Aber hund wird ja nochmal nachfragen dürfen!

Wisst ihr was ich in letzter Zeit auch gerne mache? Frauchen fragen, ob das wirklich Not tut. Also zb das Apportieren wie hier im Video:

(man sieht direkt meinen fragenden Blick „muss ich wirklich???“ 😉 )

 

Naja, Frauchen meint sie muss bei den obigen Sachen einfach konsequent bleiben und nicht einknicken oder ungeduldig werden, wenn ich mal wieder nicht so mitspiele.
Und beim Apportieren werden wir jetzt wohl wieder mehr den Spaß an der Sache neu aktivieren, damit ich bald wieder der coole arbeitsfreudige Territriever bin, wie noch letztes Jahr. 🙂

Augen auf für die kleinen Veränderungen

Seit der Hasenjagd vor knapp einer Woche, war ich erstmal wieder etwas vorsichtiger. Habe mich nicht wirklich getraut ihn von der Leine zu  machen. Kopfproblem, ich kenne das. 😉 🙁

Gestern Nachmittag hatte ich die Schleppleine dann vergessen. Hilfe, das ist mir ja (fast) noch nie passiert.
Was blieb da anderes übrig, als ihn offline laufen zu lassen?! Schließlich sollte er am Feld nicht die ganze Zeit an der „kurzen“ Leine laufen müssen.
Tja, was soll ich sagen, hat prima geklappt. Er hatte Spaß und hat auf jede Ansprache entsprechend reagiert.

Aber was ich eigentlich erzählen wollte…
Anfang der Woche auf unserer ganz frühen Morgenrunde haben wir in unserer Straße Nachbarhund Milow (ja, wirklich!) – ein Französischer Bulldogen-Rüde – getroffen. Milow ist ja auf viele Hunde in unserem Dort nicht gut zu sprechen, egal ob Rüde oder Hündin. Aber das ist ein anderes Thema.
Jedenfalls dachte ich schon „Prima, jetzt wird gleich wieder die ganze Straße zusammengekeift!“ , aber er hat ihn gerochen und auch gesehen zum Schluss, aber ist ausser einem verhältnismäßig kleinen Beller erstaunlich ruhig geblieben. Hat sich auf meine Ansprache sogar abgewandt und wollte an der Leberwursttube nuckeln. 😉 Danach sind wir direkt weitergegangen und alles war prima. Er wollte zwar nochmal da schüffeln, wo der andere Milow langgegangen war, aber da er dabei recht ruhig war, durfte er das.

Heute morgen, mehrfach, saßen ein oder mehrere Amseln (Amseln sind ja seine Lieblingsvögel, seit er mal welche aus einem Nest geholt hat) auf der Straße vor uns oder liefen dort entlang.
Die bisherige Reaktion war oft: kurz sammeln und dann Attacke! in die Leine gebrettert.

Und heute? Wie gesagt…mehrfach! Stehengeblieben, ruhig geguckt, ich habe gemarkert und er konnte sich abwenden für seine Leberwurstnuckelflasche. 😉 (das ist wohl sein Highlight in dem Moment)
Zwischendurch durfte er wieder gucken, und dann schlecken. Und dann sind wir weitergegangen. Kein in die Leine brettern, kein Gekeife. Ich hab mir ein Loch in den Bauch gefreut!!! 🙂 <3

Leute, die mit ihren Hunden keine Probleme in dieser Richtung haben, werden jetzt zwar müde lächeln. Aber die, die das kennen, wissen wie ich mich freue! 🙂

Heißt natürlich nicht, dass er das jetzt bei ner Hasenbegegnung auch machen wird, aber man muss ja klein anfangen und dann generalisieren und lernen.

Ihr glaubt gar nicht, wie wichtig solche kleinen Momente für meine Motivation und Stimmung sind!

Mut machen mir bei Rückschlägen auch oft Berichte von anderen „Mitleidenden“, wie zb vom Mayas Frauchen vor kurzem. Ob wir da auch nochmal hinkommen? 😉

Belohnen – ja, aber richtig!

Wir hatten mal wieder Hundeschulstunde. Wobei es ja eigentlich eher Menschenschule ist 😉

Das Arbeiten mit dem Markern macht mir immernoch viel Spaß und ich lerne immer besser mir dieses Werkzeug zu Nutze zu machen. Milow hat auch verstanden, dass es etwas Gutes ist und so arbeiten wir immer mehr und besser zusammen.

Mit Sicherheit wird es noch eine Weile dauern, denn was man immerhin fast 3 Jahre anders gemacht hat, muss im Gehirn erstmal umgepolt werden. Auch wenn man sich an gute/bessere Sachen ja immer schnell gewöhnt.

Momentan muss ICH was tun, denn es geht um das Thema Belohnungen.

Habt ihr euch da schonmal näher Gedanken drüber gemacht oder wie belohnt ihr euren Hund in der jeweiligen Situation?

Früher habe ich mir da nie so groß Gedanken drum gemacht, Belohnung war Leckerli oder sowas in der Art und vielleicht mal ein Spielzeug – wobei Milow beim Gassi auf Spielzeug nicht so gut anspringt (ansprang).

Wenn man sich aber mal mehr Gedanken darüber macht, gibt es so viel mehr, was man – richtig aufgebaut – als Belohnung für den Hund einsetzen kann.

Zb das Weiterlaufen dürfen, das Hund begrüßen dürfen, Abstand zu anderem Hund vergrößern, buddeln, schnüffeln, rennen, wälzen, wittern, gucken, Leckerlis suchen/fangen, mit mir zusammen rennen, mit Spielzeug zergeln, Spielzeug hetzen, Dummy auf Rückspur suchen, Dinge berühren, streicheln/kraulen, tricksen… Damit habe ich gleich einige unserer aktuellen Belohnungen genannt. Cool, gell?

Das ist schon so viel, dass man erstmal in aller Ruhe alles aufbauen muss, um es dann in den entsprechenden Situationen einsetzen zu können. Schließlich mag Herr Hund nicht in allen Situationen Leckerli oder gestreichelt werden. Das ist euch sicher auch schonmal aufgefallen, oder?
Dass euer Hund dann zb das Leckerli zwar nimmt, aber eigentlich froher darüber ist, dass er direkt weiterschnüffeln darf.

Das fällt mir in der Beobachtung immer öfter auf. Wenn Milow ein Leckerli als Belohnung möchte, schleckt er sich schon direkt das Maul, ohne dass ich die Hand Richtung Leckerlis bewege.

Für den Hund ist das Ganze daher viel spannender, denn er weiß vorher nicht, welche Belohnung ihn diesmal erwartet. Und für uns ist es auch nicht so eintönig. Außerdem wird Wuffi bei den anderen Belohnungen nicht so schnell dick. 😀

Wie belohnt ihr euren Hund? Habt ihr wechselnde Belohnungen für bestimmte Situationen?